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Hilft eine Behandlung des muskulären Bindegewebes bei Depressionen?

Die Universität Witten/Herdecke sucht Studienteilnehmende, um das Potenzial einer Faszien-Therapie zu untersuchen.

Universität Witten/Herdecke am 14. Dezember 2023

Die Forschung der vergangenen Jahre konnte es vielfach beweisen: Es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche.
Auch bei der Entstehung von Depressionen scheinen diese Wechselwirkung eine Rolle zu spielen.

So zeigte etwa eine Studie von Prof. Dr. Johannes Michalak, Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H), und seinem Team, dass bei depressiven Menschen das muskuläre Bindegewebe (Faszien) steifer und weniger elastisch ist als bei nicht-depressiven Personen.

Außerdem stellte sich heraus, dass sich eine kurze Faszien-Behandlung bei depressiven Menschen günstig auf die Stimmung und Gedächtnisprozesse auswirkt.
(Link zur Studie)

„Steifheit und geringe Elastizität des muskulären Bindegewebes führen möglicherweise dazu, dass depressive Menschen sich nicht so gut aus ihrem negativen Zustand lösen können. Nun wollen wir einen Schritt weitergehen“, sagt Prof. Michalak, „und untersuchen, ob eine über acht Wochen durchgeführte Faszien-Therapie das muskuläre Bindegewebe lockern kann und sich das langfristig günstig auf die psychische Symptomatik bei depressiven Personen auswirkt.“

Zu den Rahmenbedingungen der Studienteilnahme sagt Michalak: „Wir treffen uns im Laufe der Behandlung viermal mit den Teilnehmenden vor Ort und zeigen ihnen die Übungen. Die können sie acht Wochen lang dreimal pro Woche für ca. 10 Minuten selbstständig zuhause durchführen. Bei Fragen sind wir jederzeit ansprechbar.“

Nach der Zeit ist es dann auch möglich, an einer Gruppentherapie am Zentrum für Psychische Gesundheit und Psychotherapie (ZPP) der UW/H teilzunehmen.
Nicht teilnehmen können Personen, die akut suizidal sind, eine Abhängigkeitserkrankung, psychotische Symptome oder eine schwere Persönlichkeitsstörung haben oder aktuell psychotherapeutisch behandelt werden.

Die ersten Ergebnisse sollen im Frühsommer 2024 veröffentlicht werden.

Weitere Informationen:
Personen, die Interesse an der Studie zur Faszien-Therapie haben und teilnehmen wollen, melden sich bitte unter: lea.hagn@uni-wh.de

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