Gesundheitsmetropole Ruhr Themen

Mehr Sicherheit vor Eingriffen an der Halsschlagader

St. Josef-Hospital Bochum als Zweitmeinungsstelle für Carotis-Erkrankungen zertifiziert

Kath. Klinikum Bochum gGmbH - Universitätsklinikum der RUB am 9. Juli 2026

Eine Verengung der Halsschlagader ist eine Diagnose, die viele Patientinnen und Patienten verunsichert. Denn häufig steht schnell die Frage im Raum, ob ein Eingriff notwendig ist und welches Verfahren im konkreten Fall die richtige Wahl darstellt. Genau hier setzt ein neues, besonders wichtiges Angebot am St. Josef-Hospital an: Das Institut für Neuroradiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Lukas ist als Zweitmeinungsstelle für Eingriffe an der Halsschlagader zertifiziert worden.

Prof. Dr. Carsten Lukas, Leiter des Instituts für Neuroradiologie am St. Josef-Hospital Bochum

Damit komplettiert das KKB sein seit Jahren etabliertes universitätsmedizinisches Angebot rund um Diagnostik, Behandlung und Therapie von Erkrankungen der hirnversorgenden Gefäße. Patientinnen und Patienten können sich vor einem geplanten Eingriff an der Carotis, also der Halsschlagader, umfassend beraten lassen und eine unabhängige zweite ärztliche Einschätzung einholen.

„Bei einer Carotis-Stenose geht es nicht um eine Standardentscheidung. Es geht darum, das individuelle Schlaganfallrisiko, die Ausprägung der Gefäßverengung, Begleiterkrankungen und die möglichen Therapieoptionen sehr genau gegeneinander abzuwägen“, erklärt Prof. Dr. Carsten Lukas. „Eine qualifizierte Zweitmeinung gibt Patientinnen und Patienten Sicherheit. Sie hilft dabei, unnötige Eingriffe zu vermeiden – und zugleich, die richtige Therapie nicht zu verzögern, wenn sie medizinisch notwendig ist.“

Seit Oktober 2025 haben gesetzlich Versicherte bei geplanten Eingriffen zur Behandlung einer verengten Halsschlagader Anspruch auf ein ärztliches Zweitmeinungsverfahren. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die Karotis-Revaskularisation im vergangenen Jahr in die entsprechende Richtlinie aufgenommen. Ziel ist es, besonders folgenreiche Therapieentscheidungen transparenter zu machen und Patientinnen und Patienten aktiv in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Für das Katholische Klinikum Bochum ist die Zulassung als Zweitmeinungsstelle zugleich Bestätigung und konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Arbeit. Das St. Josef-Hospital im KKB verfügt als Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB) über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von Halsschlagadererkrankungen. Die enge Zusammenarbeit von Neuroradiologie, Neurologie und Gefäßchirurgie ermöglicht eine differenzierte Bewertung jedes einzelnen Falls, von der hochauflösenden Bildgebung über die neurologische Einordnung bis zur operativen oder interventionellen Therapieentscheidung, alles an einem Standort.

Auch im Kontext der Krankenhausstrukturreform NRW unterstreicht die Zulassung die besondere Rolle des KKB in der regionalen Versorgung. Das Universitätsklinikum St. Josef-Hospital gehört in der Region zu den wenigen Kliniken, denen die hochspezialisierte Leistungsgruppe „Carotis operativ/interventionell“ zugewiesen wurde. Für Patientinnen und Patienten in Bochum und den umliegenden Städten entsteht damit ein klarer Vorteil, nämlich klare Orientierung. Die Zuweisung von Leistungsgruppen schafft Transparenz. Patienten und einweisende Hausärzte sehen sofort, welche Klinik in Bochum für welche Erkrankungen offiziell zertifiziert und qualifiziert ist.

„Das ist Spitzenmedizin im besten Sinne: präzise Diagnostik, hohe fachliche Spezialisierung und eine Beratung, die sich konsequent an der individuellen Situation der Patientinnen und Patienten orientiert“, so Prof. Lukas. „Unser Ziel ist nicht die schnellste Entscheidung, sondern die richtige.“

Mit der zertifizierten Zweitmeinungsstelle baut das Katholische Klinikum Bochum sein Profil als universitätsmedizinischer Versorger für komplexe Gefäßerkrankungen weiter aus und schafft für Betroffene ein zusätzliches Maß an Sicherheit, Orientierung und Vertrauen.

© 2026 MedEcon Ruhr - Netzwerk der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr

Wir können Gesundheit Wir können Gesundheit