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Bundesverdienstkreuz am Bande für Professor Dr. Boris Zernikow

Leiter des Kinderpalliativzentrums und des Deutschen Kinderschmerzzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten/Herdecke erhält Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Vestische Caritas-Kliniken GmbH am 12. Oktober 2026

Die Freude ist groß: Für seine herausragenden Verdienste in der medizinischen Versorgung, der wissenschaftlichen Forschung und für sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement überreichte der Regierungspräsident der Bezirksregierung Münster, Andreas Bothe, dem Kinder- und Jugendarzt Boris Zernikow am 9. Oktober das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der frisch ernannte Ordensträger Boris Zernikow mit Ehefrau Jutta Ossenbrügger und Regierungspräsident Andreas Bothe.

Rund 180 geladene Gäste folgten der Einladung ins Kinderpalliativzentrum, um der feierlichen Überreichung des Bundesverdienstkreuzes am Bande durch Regierungspräsident Andreas Bothe an Prof. Boris Zernikow beizuwohnen – darunter neben Familie und Freunden, Mitarbeitenden und Unterstützern die Bürgermeister der Städte Waltrop und Datteln Marcel Mittelbach und André Dora, die Leiterin der TK Landesvertretung NRW Barbara Steffens, der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung Bernd Tönjes und der Vorsitzende der Geschäftsführung Vestische Caritas-Kliniken Wolfgang Mueller. Der Münsteraner Kabarettist Thomas Philipzen führte durch den Abend und bereicherte die Feierlichkeiten gemeinsam mit seinem Bruder Peter Philipzen musikalisch.

In seiner feierlichen Ansprach nahm Regierungspräsident Andreas Bothe das ungewöhnliche Bild des Esels auf, welches die Einladung zur Veranstaltung zierte. Zunächst begab er sich auf einen sprichwörtlichen „Ritt auf dem Rücken des Esels vom vierten Buch Moses bis hin zu den Bremer Stadtmusikanten“, bevor er die feierliche Zeremonie eröffnete. „Ihre Verdienste in den Bereichen der medizinischen Versorgung, der wissenschaftlichen Forschung und auch des gesellschaftlichen Engagements zu benennen oder gar auf den Punkt zu bringen, scheint mir nahezu unmöglich“, richtete sich der den Bundespräsident Frank Walter Steinmeier vertretende Überbringer der Auszeichnung direkt an Boris Zernikow. „Was ich Ihnen gegenüber hingegen sehr konkret ausdrücken kann, ist, meinen allergrößten Respekt für Ihr bisheriges Lebenswerk. Es beeindruckt mich zutiefst, was sie gerade für schwerstkranke Kinder und ihre Familien geleistet haben und weiterhin leisten“, so Bothe weiter.

Unter dem Motto ‚Der Esel und ich‘ gab der frisch ausgezeichnete Ordensträger Boris Zernikow biographische Einblicke in seine bewegte Kindheit – und Jugend und lüftete augenzwinkernd das Geheimnis um das liebenswerte Grautier. Seine Widerstände gegen Ungerechtigkeiten und sein politisches Engagement verbunden mit einem Schulstreik brachten ihm fast den Schulverweis ein. Ein Gast des Abends spielte für den mit der Rechtschreibung stark hadernden Gymnasiasten eine wichtige Rolle, sein ehemaliger Deutschlehrer Hermann Müller. „Durch Ihre geduldigen Korrekturen gerade der Geschichten, Erzählungen und Interpretationen, die ich Ihnen neben der regulären Schularbeit fast täglich vorbeigebracht habe, haben Sie mich das Schreiben gelehrt. Dafür bin ich Ihnen bis heute zutiefst dankbar.“  Einen innigen Dank richtete Zernikow an seine verstorbene Mutter. Sie gab ihm einen bedeutenden Gedanken mit auf dem Weg: „Für seine Werte und seinen Glauben lohnt es sich einzustehen. Anstand ist dabei ein besonderer Wert.“ Sein tief verwurzelter Glaube und die Vorbilder aus seiner Kindheit und Jugend tragen ihn bis heute sicher durch stürmische Zeiten. Mit den Worten „Ich kümmere mich, wir schaffen das.“ steht er seiner Familie in allen Phasen des Lebens und seinen Mitarbeitenden immer bei.

Die langjährige berufliche Wegbereiterin und Freundin, Kinder- und Jugendärztin Dr. Carola Hasan, nahm die Zuhörer mit in Zernikows beruflichen Anfänge. „Boris erkannte die Ursachen der ineffektiven Schmerztherapie zu einer Zeit, als Schmerzen bei Kindern noch als nicht behandlungsbedürftig galten. Man glaubte sogar, Babys hätten keine Schmerzen.“ Der Mediziner stellte die damaligen Fehlannahmen in Frage und suchte sich Verbündete. „Schon damals hast Du multiprofessionell gedacht. Schmerztherapie erfuhr einen Qualitätssprung. Du hast STOP gesagt zu einer unzulänglichen Schmerztherapie und der Gleichgültigkeit den Kampf angesagt“.

Stephan Kohorst, Sozialunternehmer und geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG, begleitet Boris Zernikow seit vielen Jahr als Unterstützer und Freund. Bei seiner ersten Begegnung merkte er: „Da war ein Leuchten, da war ein Feuer, da brannte jemand. Hier denkt einer deutlich anders, nämlich über den Tellerrand hinaus.“ Aus der Beziehung zweier Vordenken ist eine Freundschaft entstanden „die Unterschiede aushält.“ Und mit einem Ausgenzwingern stellt er fest: „Ein Chef mit so viel Leidenschaft ist sicher auch nicht immer ganz einfach.“

Wie sehr der Chef von seinen Mitarbeiter:innen geschätzt wird, zeigte der abschließende Teambeitrag eindrücklich. „Du findest Wege, wo bisher noch keiner war. Du bist bescheiden, loyal und verlässlich. Du wurdest zurecht mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet!“ Und weil der Chef das Gleiche von seinem Team denkt, verlieh er selbst jedem einzelnen am Vortag einen „Bunten Verdienstorden“ aus Filz.

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