Gesundheitsmetropole Ruhr Tourbook online

Gemeinsame Versorgung im Ruhrgebiet

Verantwortungsgemeinschaft Soziale Gesundheit

GeVoR-Initiative stellt die Weichen für eine städteübergreifende Zusammenarbeit!

Deutschland verfügt über ein gutes und leistungsfähiges Gesundheitssystem, das sich aber in wachsendem Maße sozialen Herausforderungen – insbesondere auch im Ruhrgebiet – stellen muss. Dies ist der Hintergrund der GeVoR-Initiative, die sich mit einer Konferenz am 20. November 2023 im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen erstmalig präsentiert hat.

Soziale Lebenslagen haben Einfluss auf die Gesundheitszustände und Versorgungsbedarfe von Menschen, aber auch auf deren Wege durch das Gesundheitssystem. Im Ruhrgebiet wie auch in anderen Ballungsräumen nehmen soziale Ungleichheiten und Schieflagen allerdings seit geraumer Zeit zu. Dies schlägt sich in der unterschiedlichen Entwicklung ganzer Stadtgebiete nieder und geht mit wachsenden Herausforderungen in der gesundheitlichen Entwicklung und Versorgung einher. So treffen Umstände wie Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen, familiäre Probleme, Neuzuwanderung oder sprachliche Hürden oft mit Krankheiten zusammen und behindern gleichzeitig den Umgang damit. Besonders spürbar ist dies bei Kindern, Jugendlichen und jungen Familien sowie bei chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen.

Um dem zu begegnen, braucht es die Vernetzung von Gesundheits- und sozialen Hilfesystemen mit Angeboten, die an den Lebenslagen und Lebenswegen der Menschen ausgerichtet sind und einen ganzheitlichen Blick wagen. Deswegen haben sich Kommunen des Ruhrgebietes und der Regionalverband Ruhr, Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und Deutsche Rentenversicherung in der Initiative „Soziale Gesundheit – Gemeinsame Versorgung im Ruhrgebiet“ zusammengefunden.

„Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, allen Menschen in der Metropole Ruhr unabhängig von ihrer sozialen Herkunft Zugang zu Gesundheitsangeboten zu verschaffen und ihre Lebensqualität zu verbessern,“ betont Dr. Frank Dudda, Vorsitzender der RVR-Verbandsversammlung und Oberbürgermeister in Herne. „Der Regionalverband Ruhr als regionale Klammer des Ruhrgebiets übernimmt daher gerne die organisatorische Koordination der Initiative in Form der Geschäftsstelle“.

Worum es der Initiative geht:

  • Lebenssituationen, soziale Lagen und gesundheitliche Versorgung zusammendenken,
  • sozialräumliche Disparitäten und Versorgungslücken frühzeitig erkennen und bearbeiten,
  • Lösungen für eine sozial eingebettete Gesundheitsversorgung entwickeln.

„Die Problemlagen der Menschen machen weder an den Stadtgrenzen noch zwischen den Hilfe- oder Leistungssystemen halt. Deswegen gehen die Kommunen mit GeVoR eine ruhrgebietsweite Partnerschaft mit Gesundheitssystem und seinen Akteuren ein. Dies stellt eine völlig neue Qualität der Zusammenarbeit dar“, sagte Birgit Zoerner, die Sozialdezernentin der Stadt Dortmund und Mitinitiatorin von GeVoR. Dr. Johannes Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe ergänzt diesen Gedanken auf der Konferenz: „Wir brauchen auch aus ärztlicher Sicht mehr Abstimmung und Zusammenarbeit. Wir können es uns nicht länger leisten, Hilfemöglichkeiten ungenutzt zu lassen, nur weil die Betroffenen nicht von diesen Möglichkeiten wissen oder die verschiedenen Träger nicht zusammenfinden.“

Dazu muss sich auch das Gesundheitssystem weiterentwickeln. „Unser Gesundheitswesen ist im Grunde gut. Es ist aber nicht für alle gleich gut, und das treibt uns als Ortskrankenkassen seit langem um. Viele finden den Weg zu einer nach wie vor umfassenden ärztlichen Versorgung, andere haben zunehmend Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. Menschen mehr Orientierung zu bieten und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die wir gerne im Verbund mit den Kommunen und weiteren Partnern angehen.“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Diese Zusammenarbeit will auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dr. Dirk Spelmeyer: „Es sind gerade die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die im Ruhrgebiet die „neue soziale Wirklichkeit“– häufig im buchstäblichen Sinne hautnah – erleben. Das begonnene Projekt sollten wir daher schnellstmöglich organisatorisch und finanziell auf eine stabile Basis stellen.“

Mit der GeVoR-Konferenz wurde die Initiative nun zusammen mit wegweisenden Beispielen medizinisch-sozialer Kooperation erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und für eine weitere rege Beteiligung geworben. Mit ihrer Mitgliedschaft bekennen sich die Partner zur „Charta der Zusammenarbeit“, in der alle Ziele der Initiative formuliert sind.

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