Wir können Gesundheit

195 Spezialisten für globale Kindergesundheit

37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenpädiatrie & Internationale Kindergesundheit (GTP) e.V.

Universität Witten/Herdecke am 12.02.19

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) war vom 25. bis 27. Januar 2019 das Zentrum für Tropenpädiatrie und internationale Kindergesundheit: 195 Teilnehmer (Ärzte, Krankenschwestern, andere Angehörige des Gesundheitswesens und Studierende) aus 27 Ländern (von Schweden bis Mosambik und von Nicaragua bis Ost-Timor) kamen nach Witten. „Neue Horizonte in Forschung, Lehre und Praxis“ war das Leitthema für drei Workshops, 29 Vorträge, 15 Posterpräsentationen und zwei Podiumsdiskussionen. Im Detail ging es um Themen wie „Übertragbare und nichtübertragbare Krankheiten“, „Unterstützung der Gesundheitssysteme“ und „Kindergesundheit jenseits des Überlebens“. Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Zentrales Thema der Tagung (und beider Podiumsdiskussionen) war aber die Verständigung darüber, wie globale Kindergesundheit „gesehen“ wird. „Wir haben Spezialisten aus unterschiedlichen Ländern angehört und nicht wieder nur die europäische Sichtweise gepflegt. Es gibt unter uns immer noch eine Art Eurozentrismus, der uns eher im Wege steht“, beschreibt Prof. Dr. Ralf Weigel, der Tagungsleiter, sein Anliegen. Für den Inhaber der Friede-Springer-Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit an der UW/H geht es vor allem um die Rahmenbedingungen, die durch die UN- Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die Forderung zur universellen Gesundheitsversorgung und das erneute Engagement der WHO für die medizinische Grundversorgung gesteckt werden. Hier fügt sich auch der Entwurf für die neue globale Gesundheitsstrategie Deutschlands ein. „Wie wirkt sich das auf unsere Rollen und Verantwortlichkeiten in der Tropenpädiatrie und der globalen Kindergesundheit aus? Was sind die Erwartungen aus einer globalen Perspektive?“, fragt er. Die beiden Podiumsdiskussionen gaben hier viele Denkanstöße. Globale Kindergesundheit sollte elementarer Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sein. Medizinische Fakultäten sollten die wissenschaftliche Bearbeitung von Fragen der globalen Kindergesundheit fördern, ebenso wie die diesbezügliche universitäre Lehre. Pädiatrische Fachgesellschaften sollten Arbeitsgruppen für globale Kindergesundheit etablieren, und ärztliche Einsätze in Ländern mit wenigen Ressourcen sollten strukturell gefördert werden. Globale Kindergesundheit sollte sich nicht nur auf den ärztlichen Sektor beschränken, sondern auch Gesundheitsfachberufe einschließen.

Die wissenschaftlichen Diskussionen der Teilnehmer wurden durch das Street Art Projekt „Art Meets Global Child Health“ ergänzt, das während des gesamten Programms lief und zur Teilnahme einlud. Die Ergebnisse sind in der Haupthalle der UW/H zu sehen.

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