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Experten implantieren MRT-fähigen Beckenbodenschrittmacher

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 03.04.20

Dr. Thomas Deska, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Marien Hospital Witten, implantierte einen MRT-tauglichen Beckenbodenschrittmacher, der im oberen Gesäßbereich unter die Haut eingepflanzt wird.

Bislang war eine MRT-Untersuchung, die sogenannte Kernspintomographie, für Patienten mit einem Beckenbodenschrittmacher nicht möglich, da das starke Magnetfeld die Elektronik des Schrittmachers stört. Bei einer MRT-Untersuchung handelt es sich jedoch um ein wichtiges bildgebende diagnostisches Verfahren, womit nahezu alle Organe und Gewebestrukturen dargestellt werden können. Dr. Thomas Deska, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Marien Hospital Witten, hat nun erstmalig einen MRT-fähigen Beckenbodenschrittmacher implantiert.

Kernspintomographie – Ein wichtiges bildgebendes Verfahren

Mithilfe der Kernspintomographie können Ärzte die Lage und Größe von Tumoren und Metastasen sowie andere Organveränderungen sehr präzise erkennen und beurteilen. Besonders innere Organe wie z. B. der Darm, die Bauspeicheldrüse sowie Muskeln, Nerven, Gefäße oder Veränderungen an Gelenken und Gelenkknorpeln lassen sich gut darstellen. „Die Kernspintomographie gehört zu den bedeutendsten und aufschlussreichsten bildgebenden Untersuchungsmethoden, die nahezu in allen medizinischen Fachbereichen als diagnostisches Mittel zum Einsatz kommt“, erklärt Deska. Diese Untersuchung konnte bei Patienten, bei denen aufgrund einer Stuhlinkontinenz ein Beckenbodenschrittmacher implantiert wurde, nicht durchgeführt werden. Grund dafür ist das starke Magnetfeld des MRTs: Die Elektroden des Schrittmachers werden gestört und können sogar überhitzen. Das Implantat kann hierdurch einen Schaden nehmen, später nicht mehr funktionieren und dem Patienten schaden.

MRT-Untersuchung trotz Beckenbodenschrittmacher

Im Marien Hospital Witten wurde nun erstmalig ein MRT-fähiger Beckenbodenschrittmacher von Dr. Thomas Deska eingesetzt. Der Schrittmacher, etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze, wird im oberen Gesäßbereich unter die Haut eingepflanzt. Dabei werden die Elektroden an den noch intakten Nervenendstrecken des Schließmuskels implantiert. Die noch funktionierenden Nervenenden werden durch den kleinen Schrittmacher, der elektrische Impulse sendet, stimuliert. So wird die Verbindung zwischen Beckenboden, Schließmuskel, Gehirn und Darm aufrechterhalten. Bevor der Schrittmacher eingepflanzt wird, erfolgt eine vierwöchige Testphase in der das Gerät zunächst am Körper getragen wird. Ist die Testphase erfolgreich und nehmen die Symptome der Stuhlinkontinenz ab, wird der Schrittmacher implantiert. „Das Besondere an den MRT-fähigen Schrittmachern ist, dass die Elektroden des Geräts magnetfrei sind, d.h. sie können durch die Magnetfelder im MRT-System nicht gestört, beschädigt oder überhitzt werden“. Patienten mit einem MRT-fähigen Implantat profitieren zukünftig von dieser Technik. „Ist eine MRT-Untersuchung nötig, kann diese problemlos durchgeführt werden“, so Dr. Deska.

Hohes Maß an Behandlungsqualität im Marien Hospital Witten

Deutschlandweit gibt es etwa 5 Millionen Menschen, die in unterschiedlicher Ausprägung an Stuhlinkontinenz leiden. Damit gehört Stuhlinkontinenz zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung. Die Beschwerden sind für viele Betroffene mit einer enormen Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens verbunden. Reichen konservative Maßnahmen nicht aus, ist für viele Patienten der Einsatz eines Beckenbodenschrittmachers der Weg aus der Inkontinenz. Die Experten der Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten setzen dieses Verfahren schon seit Jahren erfolgreich ein. Als Kompetenzzentrum für Chirurgische Kolo-Proktologie bieten die erfahrenen Experten eine optimale Diagnostik sowie moderne und schonende Behandlungsverfahren.

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