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Wenn die Hirngefäße verstopfen oder bluten

Neue Angiographie-Anlage hebt Gefäßuntersuchungen auf ein neues Niveau

Helios Universitätsklinikum Wuppertal am 19.11.20

Seit Anfang des Jahres ist sie im Einsatz und hat schon vielen Patienten das Leben gerettet: Die neue Angiographie-Anlage am Helios Universitätsklinikum Wuppertal macht verstopfte und geplatzte Gefäße unter anderem sichtbarer denn je und spart dadurch viel Zeit ein. Einer der wichtigsten Faktoren, wenn es beispielsweise um die Behandlung von Schlaganfällen geht.

Chefarzt Dr. Thorsten Schmidt stellt die neue Angiographie-Anlage vor (Helios Universitätsklinikum Wuppertal, Michael Mutzberg).

Der Schlaganfall gilt als dritthäufigste Todesursache in Deutschland (Quelle: Robert-Koch- Institut, RKI). Gehirnregionen werden „schlagartig“ geschädigt, ausgelöst durch einen Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung. Bei der Behandlung eines Gefäßverschlusses zählt jede Minute: eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat bewiesen, dass eine möglichst schnelle Akutversorgung die Sterblichkeit sowie das Risiko bleibender Behinderungen durch den Schlaganfall senkt.

Hier kommt die Angiographie-Anlage ins Spiel: Mithilfe von Röntgenstrahlung werden die Blutgefäße im Kopf sichtbar gemacht, so können eine Blutungsursache oder verstopfte Gefäße gefunden werden. Mittels Katheter öffnen die Ärzte dann beispielsweise ein verschlossenes Gefäß innerhalb kurzer Zeit, dies gelingt in 90 % der Fälle. Je schneller die betroffenen Gehirnregionen wieder durchblutet werden, desto geringer die Folgeschäden.

Im Zentrum für Radiologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal ist seit Anfang des Jahres eine neue, hochmoderne Angiographie-Anlage der Firma Philips in Betrieb, die die Schlaganfallbehandlung gleich mehrfach nach vorne bringt, weiß Dr. Thorsten Schmidt, Chefarzt der Neuroradiologie: „Die Patienten werden mit innovativen Röntgen-Detektoren aus zwei Richtungen „durchleuchtet“, die eine bisher nicht gekannte Feindiagnostik auch kleinster Gefäße ermöglichen. Zusätzlich gibt es eine hochauflösende 3D-Aufnahmetechnik (3D-Rotationsangiographie), mit der komplizierte Strukturen räumlich darstellbar werden. So kann zum Beispiel eine Gefäßaussackung (Aneurysma) von allen Seiten angesehen und ausgemessen werden.“

Dadurch ist die für den Patienten jeweils optimale Therapieplanung möglich. Über einen neuen Großbildschirm können neben der Live-Darstellung des Behandlungsverlaufs auch Aufnahmen anderer bildgebender Geräte wie CT oder MRT während der Behandlung angeschaut und mit der Angiographie verglichen werden.

Besonders freuen sich Chefarzt Dr. Schmidt und seine Mitarbeiter darüber, dass durch das neue Gerät die Strahlenbelastung deutlich reduziert wird, und zwar um mindestens 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu weniger modernen Geräten. Das schont den Patienten sowie die ärztlichen und medizinisch-technischen Mitarbeiter, die die Anlage täglich bedienen. Diese in der Praxis nachvollziehbare Entlastung hat sogar die Ärzte überrascht, erläutert Dr. Thorsten Schmidt. „Die neue Angiographie-Anlage bietet uns die Chance, modernste Neuroradiologie zu machen und unseren Patienten bestmöglich zu helfen“. Dies betreffe Patienten mit Schlaganfall genauso wie alle anderen Patienten, deren Hirngefäße untersucht oder behandelt werden müssen.

Die neue Maschine wurde in Rekordzeit aufgestellt. Innerhalb von nur dreieinhalb Monaten wurde das alte Gerät abgebaut, der Angiographie-Raum gänzlich renoviert und für das neue Gerät vorbereitet, das vom Hersteller an Ort und Stelle betriebsbereit gesetzt werden konnte. Ein Paradebeispiel, an dem Radiologen aus ganz Deutschland partizipieren: einige haben Wuppertal bereits besucht, um sich direkt vor Ort die Anlage und die schnelle Umsetzung der Neuinstallation erklären zu lassen.

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