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Ehemalige Logopädie-Studentin der HS Gesundheit erhält Luise-Springer-Forschungspreis

Der Preis wird jährlich vom Deutschen Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) für herausragende wissenschaftliche Arbeiten verliehen

Hochschule für Gesundheit am 23. Juni 2023

Lea Bürkle ist eine der beiden Preisträgerinnen, denen in diesem Jahr der Luise-Springer-Forschungspreis verliehen wird. Sie hat ihr Bachelorstudium der Logopädie an der HS Gesundheit absolviert und im Anschluss den Masterstudiengang „Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie“ an der HAWK Hildesheim abgeschlossen.

In ihrer Masterarbeit erforschte Lea Bürkle die Struktur der Wortformen von rund 24 Monate alten Kindern, um sie für die Frühidentifikation von Spracherwerbsstörungen nutzbar zu machen. Frühkindliche Wortformen werden entlang bestimmter Ordnungsprinzipien gebildet. Insbesondere spielen hier Betonungsmuster eine große Rolle. Sprachunauffälligen Kindern gelingt es gut, die Betonungsmuster von Wörtern zu erkennen und sie für die Einspeicherung von Wortformen, also für den Aufbau phonologischer Repräsentationen, zu nutzen. Sprachauffällige Kinder haben hier häufig Schwierigkeiten. Bei ihrem Masterprojekt, das thematisch eine Vertiefung des Bachelorprojektes darstellt, wurde Frau Bürkle wie auch beim Bachelorprojekt von Prof. Dr. Sylvia Costard von der HS Gesundheit erstbetreut.

Auf dem diesjährigen dbl-Kongress am 16. und 17. Juni in Erlangen stellte Lea Bürkle die Ergebnisse der Masterarbeit vor und wurde für ihre besondere Leistung ausgezeichnet. „Mich freut besonders, dass das Thema dadurch mehr Sichtbarkeit bekommt“, sagte sie nach der Verleihung. „Eine solche Untersuchung wie in meiner Masterarbeit gab es im deutschsprachigen Raum bisher noch nicht, dabei ist das Thema wirklich spannend und auch sehr relevant. Wenn es mehr Forschung dazu gäbe und Kinder zum Beispiel sehr früh gescreent werden könnten, würden nicht so viele Kinder mit Sprachauffälligkeiten erst spät in den logopädischen Praxen vorstellig werden.“ Sie sei deswegen sehr interessiert daran, das Thema weiter zu verfolgen, ihr Instrument praktisch zu erproben und ihre Forschungstätigkeiten auch auf die Untersuchung sprachauffälliger Kinder auszuweiten.

Prof. Dr. Sylvia Costard, die bereits seit vielen Jahren daran arbeitet, das Wissen von Kindern zu Wortformen klinisch nutzbar zu machen, ergänzt: „Frau Bürkle hat ihr Masterprojekt mit viel Engagement, Geduld und Zielstrebigkeit verfolgt und eine herausragende wissenschaftliche Arbeit mit Relevanz für die logopädische Praxis vorgelegt. Ich freue mich gleichzeitig sehr, dass mit dem Preis die Erinnerung an Dr. Luise Springer aufrechterhalten wird, die ja viele Kolleginnen noch persönlich kannten und sehr schätzten. Dr. Luise Springer hat die Entwicklung der Logopädie in Deutschland enorm vorangetrieben und sich immer für die Verzahnung von Praxis und Wissenschaft in der Logopädie engagiert. Es ist eine große Auszeichnung, dass Frau Bürkle nun den Luise-Springer-Forschungspreis erhalten hat.“

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