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Smartphone-assistiertes Arthrosetraining mit Edukation

Rekrutierungsphase erfolgreich abgeschlossen

Hochschule für Gesundheit am 27. November 2023

Weltweit sind immer mehr Menschen von Arthrose betroffen. In der SmArt-E Studie (Smartphone-assistiertes Arthrosetraining mit Edukation) wird die (Kosten-) Effektivität und Umsetzbarkeit einer neuen physiotherapeutischen Versorgungsform für Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose im Versorgungsalltag untersucht. Diese neue Versorgungsform umfasst ein Trainings- und Edukationsprogramm in Physiotherapiepraxen und die App-gestützte Fortführung des Trainings, zusätzlich zum persönlichen Kontakt via Chat, Videoanruf und in einzelnen Präsenzterminen. Nachdem genügend Teilnehmende für die Studie gefunden sind, können Wissenschaftler*innen der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum nun gemeinsam mit weiteren Projektpartner*innen untersuchen, wie effektiv die neue Behandlungsmethode im Vergleich zur Regelversorgung ist.

Prof. Dr. Dirk Peschke, Foto: HS Gesundheit
Prof. Dr. Dirk Peschke, Foto: HS Gesundheit

„Menschen mit Hüft- oder Kniearthrose haben häufig sowohl Schmerzen als auch Einschränkungen in Körperfunktionen, Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Dirk Peschke von der HS Gesundheit. „Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen an diesen Erkrankungen. Das liegt daran, dass die Menschen immer älter werden, aber auch daran, dass sie sich weniger bewegen.“ Bewegungsbezogene Behandlungsmöglichkeiten und Trainingsprogramme werden nur von weniger als der Hälfte der Patient*innen mit Hüft- und Kniearthrose genutzt. „Ein digital unterstütztes Trainings- und Edukationsprogramm kann hier möglicherweise Abhilfe schaffen, die Versorgung verbessern und vielleicht auch für eine dauerhaftere Verhaltensumstellung sorgen“, so auch Prof. Dr. Christian Grüneberg, Studienbereichsleitung Physiotherapie an der HS Gesundheit.

Damit die neue Behandlungsform in der Praxis untersucht werden kann, mussten zunächst ausreichend Physiotherapiepraxen bei der Studie mitmachen und dann Studienteilnehmende gefunden werden. Ziel war es, insgesamt 330 Personen an den drei Standorten Bochum, Cottbus und Tübingen zu finden. „Zum Glück ist das sehr schnell gelungen“, freut sich Dirk Peschke über das große Interesse. „Wir führen das auf den Einsatz gezielter Rekrutierungsstrategien, aber auch auf das offensichtlich als sehr attraktiv wahrgenommene Versorgungsangebot für Arthrose-Patient*innen zurück.“

Der Einsatz und Erfolg der Rekrutierungsstrategien wird derzeit von zwei Studierenden des Masterstudiengangs Physiotherapiewissenschaft an der HS Gesundheit, Franziska Koziol und Nils Neuhaus, analysiert und ausgewertet. Erste Ergebnisse ihrer Arbeit stellten sie am 26. Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) 2023 an der HS Gesundheit und der Ruhr-Universität Bochum im September vor. Sie zeigen, dass ein Anschreiben von Seiten der beteiligten Krankenkasse, aber auch der Rückgriff auf Mailinglisten mit bestehenden Kontakten und Presseartikel in Tageszeitungen sehr erfolgreich gewesen sind.

Zum Hintergrund:

Neben der HS Gesundheit sind die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und das Universitätsklinikum Tübingen als zwei weitere Studienzentren am Forschungsprojekt beteiligt. Unterstützt werden sie von der Techniker Krankenkasse und dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. Als weitere wissenschaftliche Einrichtungen sind das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Berlin, das Kompetenzzentrum für klinische Studien (KKSB) und das Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) der Universität Bremen sowie die Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität Bochum (AM RUB) beteiligt. Internationale Unterstützung erfährt das Projekt durch die niederländischen Partner*innen der University of Applied Sciences Utrecht und dem University Medical Center Utrecht sowie den Technikpartner HealthTrain, der für die Entwicklung der in der Studie eingesetzten Smartphone-App zuständig ist.
Das Forschungsprojekt SmArt-E wird als neue Versorgungsform durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.

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