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35 Jahre MemoryClinic Essen

Engagement für Menschen mit Gedächtnisstörungen

Contilia am 14. Juli 2026

35 Jahre MemoryClinic Essen, 35 Jahre Engagement für Menschen mit Gedächtnisstörungen und Demenz. Das wurde in den Klinikräumen an der Germaniastraße 9 gefeiert. Dazu hatte das Team der Gedächtnisambulanz zahlreiche Weggefährten, Vertreter von Angehörigen- und Selbsthilfegruppen, Nachbarn und Ansprechpartner:innen verschiedenster Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige auf den Campus des Geriatrie-Zentrums Haus Berge eingeladen. Austausch, Begegnung, aber auch Information standen an diesem Tag im Mittelpunkt.

Das Team der MemoryClinic um Prof. Dr. med. Richard Dodel (2.v.l.) und Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen (3.v.links).

Mit dabei: der Mann der ersten Stunde. Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen hat mit seiner Vision von einer ganzheitlichen Versorgung demenziell erkrankter Menschen vor 35 Jahren den Grundstein all das gelegt hat, was sich heute auf dem Campus des Geriatrie-Zentrums Haus Berge befindet. Er erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge an der Germaniastraße, an die Anstrengungen, die zur Geldmittelbeschaffung unternommen werden mussten: „Nicht jeder konnte damals etwas mit dem Begriff Alzheimer anfangen. Da waren viele Erklärungen notwendig. Aber die Einsicht, dass wir die gesellschaftliche Aufgabe angehen müssen, war von Anfang an bei vielen Akteuren da.“

Prof. Dr. med. Richard Dodel, Chefarzt der Klinik für Geriatrie im Geriatrie-Zentrum Haus Berge und Inhaber des geriatrischen Lehrstuhls an der Universität Duisburg-Essen, informierte in seinem Kurzvortrag über den aktuellen Stand der Forschung. Er gab einen Überblick über die verschiedenen Demenzarten und die heutigen differenzierten diagnostischen Möglichkeiten, die Ärzten und Therapeuten zur Verfügung stehen.

Kurztests und Angehörigenberatung rundeten den Tag ab. Das Interesse war groß. Dr. Hartmut Fahnenstich und Christiane Oedekoven hatten eine ganze Liste an Testkandidat:innen abzuarbeiten. „Gar nicht so einfach“, erklärte eine Besucherin. „Mit dem Rechnen hatte ich gar keine Probleme. Aber bei der Auflistung der zu merkenden Gegenstände kam ich für meinen Geschmack schon früh ins Schwimmen. Doch kein Grund zur Sorge, hat man mir versichert.“

Wie sehr sich die Wahrnehmung und der Umgang mit der Krankheit in den vergangenen 35 Jahren gewandelt hat, machte eine Ausstellung zur Geschichte der MemoryClinic deutlich. Fotos, teils historische Abbildungen des Hauses, zahlreiche Presseartikel und Erinnerungstücke luden die Teilnehmenden ein, sich gemeinsam zu erinnern. Es hat sich vieles zum Positiven verändert. Für Betroffene und Angehörige. Doch die Herausforderung bleibt.

Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen machte den Anwesenden Mut ob der großen gesellschaftlichen Aufgabe, die uns der demografische Wandel und der damit verbundene Anstieg von Betroffenen und Angehörigen in den nächsten Jahren stellen wird: „Wir können Alzheimer und andere demenzielle Erkrankungen noch immer nicht heilen. Wir können sie aber durch frühzeitige Diagnose und moderne Therapien verlangsamen. Und vor allem können wir dafür sorgen, dass die Erkrankten gut betreut sind. Dann sind sie zufriedene Menschen. Ohne belastende Vergangenheit und ohne Angst vor der Zukunft.“

Die Eröffnung der MemoryClinic vor 35 Jahren in Essen war ein Meilenstein – nicht nur für die Bundesrepublik, sondern auch für Europa. Die Einrichtung an der Germaniastraße gehörte zu den ersten auf unserem Kontinent. Verschiedene Testverfahren sind heute etabliert und auch die Sozialanamnese ist fester Bestandteil des diagnostischen Verfahrens. In den Anfangsjahren hat das Team Aufbauarbeit geleistet. Neben den Behandlungen in der Gedächtnisambulanz waren Prof. Nehen und die Therapeuten regelmäßige Gäste bei Vortragsveranstaltungen. Sie informierten vor Vertretern der Krankenkassen, der Gesundheitsämter oder vor Amtsrichtern.

Das Jubiläum der Einrichtung bot Gelegenheit, all denen Danke zu sagen, die die Entwicklung der Memory Clinic über die vergangenen 35 Jahre mitgestaltet haben. „Wir machen weiter“, das steht für das Team fest. An der Germaniastraße wird man sich auch in Zukunft für eine bestmögliche Diagnostik, Beratung und Begleitung der Patient:innen einsetzen.

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