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Herzstillstand bei 40-Jährigem vorbeugen

Kardiologie implantiert subkutanen Defibrillator

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 23.06.21

Plötzlicher Herzstillstand – eine Diagnose, die bei jungen Menschen selten vorkommt. Trotzdem gibt es immer wieder Betroffene wie zuletzt den dänischen Nationalspieler bei der Fußballeuropameisterschaft. Im Marien Hospital Witten wurde ein ähnlicher Fall behandelt: Nach einem plötzlichen Herzstillstand hat die Kardiologische Klinik einen 40-jährigen Patienten erfolgreich reanimiert und intensivmedizinisch behandelt. Um einem erneuten Herzstillstand vorzubeugen, wurde ihm nun ein moderner subkutaner Defibrillator (S-ICD) implantiert. Dieser bietet Vorteile vor allem für jüngere Patienten, wie z. B. eine längere Funktionsfähigkeit und ein geringes Infektionsrisiko.

Während eines minimal-invasiven Eingriffs haben die Experten der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten einem 40-jährigen Patienten einen modernen unter der Haut liegenden Defibrillator implantiert, der keinen direkten Kontakt zum Herzen hat, sondern in der Nähe des Brustbeins liegt.

Verursacht wird ein plötzlicher Herzstillstand meist durch schwere Herzrhythmusstörungen. Darunter versteht man eine Störung des elektrischen Systems des Herzens: In der Folge zieht sich der Herzmuskel nicht mehr zusammen, sodass lebenswichtige Organe nicht mehr mit Blut versorgt werden. Zur Vorbeugung eines erneuten Herzstillstandes wurde nun dem 40-jährigem Patienten des Marien Hospital Witten ein sogenannter subkutaner Defibrillator implantiert. Subkutan bedeutet, dass der Defibrillator unter der Haut liegt. „Tritt Kammerflimmern auf, gibt der Defibrillator einen Stromstoß ab. Dadurch wird das Herz kurzzeitig zum Stillstand gebracht, um dann wieder im normalen Rhythmus weiterzuschlagen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten.

Vorteile des subkutanen Defibrillators

Die Implantation des Defibrillators erfolgt während eines minimal-invasiven Eingriffes über mehrere kleine Schnitte, die eine schnelle Wundheilung ermöglichen. „Im Gegensatz zu dem herkömmlichen transvenösen Defibrillator besteht bei einem subkutanen Defibrillator kein direkter Kontakt zum Herzen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Hippe. „Denn die Elektrode wird unter der Haut in der Nähe des Brustbeins implantiert. So werden die Herzgefäße nicht verletzt und das Risiko einer Infektion wird reduziert.“ Nach dem Einsetzen wird mit Hilfe einer Röntgenaufnahme die Lage des Defibrillators überprüft und die Intensität des Stromstoßes, den der Defibrillator im Falle eines Herzstillstandes auslöst, individuell auf den Patienten abgestimmt.

Neues Sicherheitsgefühl

„Der subkutane Defibrillator eignet sich vor allem bei jüngeren Patienten, da dieser eine deutlich längere Funktionsfähigkeit von ca. 20 bis 30 Jahren aufweist“, resümiert der Chefarzt. Gleichzeitig gibt der implantierte Defibrillator den Patienten ein neues Gefühl von Sicherheit, da er bei einer erneuten lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung sofort auslöst, um mittels eines Stromstoßes das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen und einen Herzstillstand zu vermeiden.

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