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Nahrungsergänzung gegen Nervenerkrankungen

Ruhr-Universität Bochum am 24.08.21

Eine Studie soll zeigen, ob die Einnahme einer Fettsäure die Nervenerkrankung CIDP positiv beeinflussen kann. Bei Multipler Sklerose ist das der Fall.

Nahrungsergänzungsmittel könnten ein Weg sein, bei bestimmten Nervenerkrankungen zu helfen.
© RUB, Marquard

Ähnlich wie bei Multipler Sklerose (MS) greift das Immunsystem bei der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie, kurz CIDP, die Isolierschicht der Nervenzellen an. Das führt zu fortschreitender Schwäche und Missempfindungen. „Das Ausmaß autoimmuner Entzündungen wird vom Immunsystem des Verdauungstrakts und der Gemeinschaft der im Darm lebenden Bakterien, dem Mikrobiom, bestimmt“, erklärt Dr. Anna Fisse aus der Neurologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef Hospital. Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf das Mikrobiom. Ob die Einnahme von Propionsäure den Verlauf der CIDP ebenso wie bei MS verbessern kann, soll eine Studie zeigen, die Anfang 2022 startet.

In einer vorangegangenen Studie konnte das Team der RUB-Medizin belegen, dass die Einnahme der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) positiv beeinflusst (https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2020-03-10-neurologie-ernaehrung-beeinflusst-den-verlauf-von-multipler-sklerose). „Bei der MS ist die Propionsäureproduktion in der Darmflora deutlich vermindert, wodurch das immunologische Gleichgewicht gestört wird“, erklärt Anna Fisse. Entzündungsfördernde Zellpopulationen wachsen, während regulatorische abnehmen. Die Einnahme der Propionsäure erhöhte in der Studie die peripheren regulatorischen T-Zellen, reduzierte die proinflammatorischen autoreaktiven T-Zellen und verbesserte den klinischen Zustand der MS-Betroffenen.

Ergebnis könnte in eine Empfehlung für Betroffene münden

Die aktuelle Studie soll zeigen, ob die Propionsäure auch bei der CIDP diese immunmodulatorische Wirkung hat. 60 Patientinnen und Patienten mit CIDP und eine gesunde Kontrollgruppe werden teilnehmen. Die Hälfte der Probandinnen und Probanden nimmt 90 Tage lang Propionsäure ein. Klinisch wird der Krankheitsschweregrad erhoben. Außerdem beobachtet das Studienteam die Immunzellpopulationen sowie pro- und antiinflammatorische Zytokine im peripheren Blut und führt Mikrobiomanalysen aus Stuhlproben durch.

Sollte sich bestätigen, dass Propionsäure eine klinisch relevante immunmodulatorischen Wirkung bei CIDP hat, könnte man Betroffenen zusätzlich zur Standardtherapie eine Nahrungsergänzung mit Propionsäure empfehlen.

Kooperationspartner

Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt.

Förderung

Die Arbeiten werden gefördert von der GBS CIDP Foundation International.

Gesundheitsforschung Gehirn & Nerven

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