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Medizinphysik-Experte erhält Förderpreis der Biomedizinischen Gesellschaft Dortmund

Klinikum Dortmund gGmbH am 21.12.21

Der Medizinphysik-Experte Felix Bärenfänger ist jetzt mit dem Förderpreis 2021 der Biomedizinischen Gesellschaft Dortmund ausgezeichnet worden. Damit würdigt die Jury seine praxisnahe Forschungsarbeit zur Dosisbelas-tung von Untersucher und Patienten bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten. Bärenfänger nämlich, der am Institut für Medizinische Strahlen-physik und Strahlenschutz (Prof. Dr. Andreas Block) im Klinikum Dortmund arbeitet, hatte ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, aus den erfassten Untersuchungsdaten das Risiko von strahlenbedingten Hautreaktionen des Patienten abzuschätzen (nachzulesen in „Investigation of Radiation Exposure of Patients with Acute Ischemic Stroke during Mechanical Thrombectomy“, Röfo – Thieme Verlag).

Prof. Dr. Stefan Rohde (links; Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie) und Prof. Dr. Andreas Block (Direktor des Instituts für Medizinische Strahlenphysik und Strahlenschutz)

In einem zweiten Schritt wurden die Geräteeinstellungen soweit optimiert, dass sich die Dosis und das damit verbundene Risiko für Hautreaktionen um ca. 50% reduzieren lässt. Zur weiteren Dosisreduktion für das medizinische und pflegerische Personal testete das Team um Prof. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, und Felix Bärenfänger in einem Anschlussprojekt moderne Strahlenschutz-Systeme für den Kopf des Untersuchers. „Ich freue mich sehr über diese große Ehre, allein schon, weil ich mit meinen Forschungsarbeiten anwenderorientiert eine echte Verbesserung erreichen konnte und dies nun im universitären Umfeld auf so positive Resonanz stößt“, sagt Bärenfänger. Der Biomedizin-Förderpreis will praxistaugliche medizinische Innovationen hervorheben und damit Benchmarks für außergewöhnliche Leistungen in der Forschungsarbeit setzen.

Worum geht es in dem Forschungsgebiet von Felix Bärenfänger? Neuro-Radiologen können heutzutage mittels feiner Bohr-Instrumente Blutklumpen im Hirn von Akut-Schlaganfall-Patient:innen entfernen und sie damit quasi von ihrem Hirnschlag heilen. Dieser Eingriff, der ein wenig an das „Entkorken“ einer Flasche erinnert, nennt sich Thrombektomie und wird unter Röntgenstrahlung vorgenom-men. Das heißt, die behandelnden Mediziner:innen sehen über Bildschirme an Live-Röntgenbildern, wo sie sich gerade im Kopf des Patienten befinden. Hier sind Wissenschaftler:innen, wie Bärenfänger, in der Entwicklung von Techniken aktiv, die die Strahlendosis für Patient:innen sowie Ärzt:innen und Pflegekräfte während des Eingriffs auf ein notwendiges Minimum reduzieren.

Das Tückische daran ist, dass diese Strahlung unsichtbar und mit keinem menschlichen Sinnesorgan zu erfassen ist. Moderne Dosis-Managementsysteme, die die Strahlendosis für den Patienten streng überwachen, sind seit Änderung der Strahlenschutzgesetzgebung Ende 2018 unumgänglich geworden. Die genaue Erfassung sowie die Reduktion der Dosis für Patient und Untersucher gehören dabei zu den Aufgaben des klinisch arbeitenden Physikers.

Prof. Rohde ist stolz auf diese Forschungsergebnisse aus dem eigenen Klinikum: „Sie ermöglichen es uns, unseren Mitarbeitenden bei derartigen Eingriffen am Patienten künftig noch mehr Sicherheit zu geben.“ Gerade, weil derartige Eingriffe zunehmen, sei dies ein echter Vorteil. Felix Bärenfänger ist übrigens auch als Dozent in den vom Klinikum angebotenen Strahlenschutz-Kursen für Ärzt:innen aktiv und gibt dort sein Wissen an die Mediziner:innen weiter.

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