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Im Einsatz für Babys in Not

Marien Hospital Witten ermöglicht sichere Versorgung mit mobiler Intensivstation

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 28.03.22

Bei Notruf 112 – ein kurzer Anruf und die Notrufleitstelle schickt in akuten Situationen einen Krankenwagen vorbei. Was aber, wenn es sich bei dem Betroffenen um ein Baby handelt? Reguläre Rettungsfahrzeuge verfügen nicht über die nötige Ausstattung um die kleinen Patienten optimal zu versorgen. Hier kommt der Babynotarzt ins Spiel. Das Marien Hospital Witten verfügt im Ennepe-Ruhr-Kreis als einzige Klinik über ein solches Angebot.

Dr. Bahman Gharavi, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten, und Nina Tabandite, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, mit der mobilen Baby-Intensivstation

Egal, ob Verlegungsfahrten von kranken früh- und neugeborenen Kindern aus anderen Krankenhäusern im Umkreis in das Perinatalzentrum des Marien Hospital Witten oder akute lebensbedrohliche Notfälle – geht ein entsprechender Fall in der Notrufleitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises ein, fordert diese den Babynotarztdienst des Marien Hospital Witten an. Das Team der Kinder- und Jugendklinik holt dann die Neugeborenen ab und bringt sie sicher in die Klinik. „Seit 2009 ist das Marien Hospital Witten mit dem Babynotarzt an die Leitstelle angebunden und wird inzwischen mehr als 200 Einsätzen im Jahr angefordert“, berichtet Dr. Bahman Gharavi, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten.

Unterwegs sicher versorgt

Zur Versorgung von Babys hält das Marien Hospital Witten gemeinsam mit einem externen Partner tagsüber ein eigenes Fahrzeug bereit. Nachts erfolgt die Versorgung in Zusammenarbeit mit dem Regelrettungsdienst. Die Fahrzeuge sind mit einem mobilen Transportinkubator ausgestattet, der alle Funktionen bietet, die auch ein Inkubator auf der Kinderintensivstation hat – von der Erwärmung über die Überwachung bis hin zur Beatmung. Rund 200 Kilogramm schwer ist ein solcher Transportinkubator, der quasi eine mobile Baby-Intensivstation ist. Diese vollumfängliche Ausstattung ist von großer Bedeutung, damit Babys bereits unterwegs sicher versorgt werden können. Denn mit einem so empfindlichen Patienten an Bord ist es nicht möglich, schnell zu fahren. Oft ist der Babynotarztwagen in Schrittgeschwindigkeit unterwegs. Um eventuelle Erschütterungen abzufangen, ist der Transportinkubator zusätzlich gepolstert.

„Neben dem Transportinkubator haben wir auf unseren Einsätzen alles dabei, um Bluttransfusionen oder andere Infusionen geben zu können. Auch eine Vielzahl an Medikamenten, deren Dosierung speziell auf die geringe Körpergröße der Babys angepasst ist, nehmen wir auf unsere Einsätze mit“, erklärt Dr. Gharavi. Das sind zum Beispiel Medikamente zur Blutzuckerstabilisierung oder Mittel, die den Neugeborenen beim Atmen helfen. Bei jedem Einsatz sind ein Rettungssanitäter als Fahrer, eine Kinderintensivpflegekraft sowie Dr. Gharavi selbst oder ein Oberarzt der Kinderklinik dabei.

Trainieren für den Ernstfall

„Im Babynotarztwagen versorgen wir die kleinen Patienten nur zu zweit. In der Klinik kümmern sich normalerweise bei Notfällen bis zu acht Ärzte und Pflegekräfte um ein einziges Baby“, so Dr. Gharavi. „Jeder übernimmt dort eine bestimmte Aufgabe. Im Babynotarztwagen dagegen übernimmt eine Person viele Aufgaben gleichzeitig.“ Entsprechend wichtig ist es, Erfahrung, Routine und Flexibilität im Krankenhaus zu trainieren, um die Versorgung im Babynotarztwagen auf engstem Raum mit Hilfe von Equipment aus zwei Koffern und einem Rucksack eigenverantwortlich durchführen zu können. Geübt werden die Behandlungsabläufe für den Ernstfall in den Räumen der Klinik, wo die Ärzte und Pflegekräfte möglichst oft bei verschiedenen Eingriffen dabei sind.

Spezialisiert auf die Kleinsten

Nicht nur unterwegs kümmern sich Ärzte und Pflegekräfte bestmöglich um die Kleinsten, sondern auch vor Ort im Marien Hospital Witten: In der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten können Kinder und Jugendliche jeden Alters versorgt werden – von den kleinsten Frühgeborenen unter 400 Gramm bis zu 18-jährigen jungen Erwachsenen. Gemeinsam mit der geburtshilflichen Abteilung bildet die Klinik das Perinatalzentrum, in dem extreme Frühgeborene (ab der 23. Schwangerschaftswoche) sowie Risiko- und Mehrlingsgeburten mit modernsten technischen Möglichkeiten vor, während und auch nach der Geburt versorgt werden. Das Perinatalzentrum hat die Zertifizierung Level I erhalten, dies ist die höchste Versorgungsstufe in diesem Fachbereich in Deutschland.

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