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Wie Parkinson-Patienten Lebensqualität zurückgewinnen

„Jetzt erst recht!"

Klinikum Dortmund am 13. Oktober 2025

Zittern ist ein klassisches Symptom der Parkinson-Erkrankung. Doch es gibt noch weitere unbekannte Symtome. Mit moderner Therapie können Patienten Lebensqualität zurückgewinnen.

„Diagnose Parkinson: Was nun?“ Diese Frage hat der mediTALK des Klinikums Dortmund am Mittwoch (08.10.) gestellt. Bei einer weltweit älter werdenden Bevölkerung nimmt die Anzahl von Parkinson-Erkrankten weiter zu. Denn: „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Parkinson-Erkrankung“, betonte Prof. Dr. Gisa Ellrichmann-Wilms, Klinikdirektorin der Neurologie, am Mittwoch bei ihrem Vortrag.

In Deutschland leben aktuell circa 400.000 Betroffene. Parkinson ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, die hauptsächlich durch den Mangel des Botenstoffes Dopamin hervorgerufen wird. In der Folge funktioniert die Signalübertragung nicht mehr richtig, die Bewegungssteuerung ist gestört.

Die Erkrankung zeigt sich durch typische Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit, Haltungsstörungen und verlangsamte Bewegungen. Aber auch Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Geruchsminderung, eine kleine Handschrift und ein maskenhafter Gesichtsausdruck sind Parkinson-Symptome. Ellrichmann-Wilms machte deutlich, dass nicht jeder Patient alle Beschwerden hat – die Abklärung anderer möglicher Ursachen ist deshalb wichtig und Teil der Diagnostik im Klinikum Dortmund.

„Stecken Sie nach der Diagnose Parkinson nicht den Kopf in den Sand. Parkinson ist noch nicht heilbar, aber wir können sehr viel machen“, sprach Ellrichmann-Wilms Betroffenen Mut zu und gab ihnen ein „Jetzt erst recht“ mit auf den weg. Neben einer medikamentösen Behandlung, um den Dopaminmangel auszugleichen, sind auch nicht-medikamentöse Ansätze essenziell, betonte Oberarzt Dimitrios Petrakogiannis.

Das Klinikum Dortmund bietet die Parkinson-Komplextherapie an, bei der Patientinnen und Patienten mindestens 15 Tage lang stationär im Klinikum behandelt werden. Oberstes Ziel dabei ist mithilfe von Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie der Erhalt der Lebensqualität und der Selbstständigkeit. „Wir orientieren uns bei unserer Therapie an den persönlichen Zielen unserer Patienten“, sagte der Ergotherapeut Max Wieskus und verdeutlichte damit den individuellen Ansatz der Behandlung.

So wird mit Patienten etwa an dem Wunsch gearbeitet, wieder Fahrrad fahren zu können oder in der Therapieküche alltägliche Dinge wie Gemüse schneiden geübt. Außerdem trainieren Patienten mit Hilfe von VR-Brillen in einer virtuellen Umgebung komplexe Bewegungen.

Ein multiprofessionelles Team aus verschiedenen Fachbereichen neben der Neurologie unterstützt sie während der Therapie, bei der Bewegung eine große Rolle spielt. „Dabei ist egal in welcher Form“, sagte die Physiotherapeutin Lara Schimmeregger. „Sie müssen nicht in die Muckibude, sondern können auch Tanzen, Tischtennisspielen oder Spazieren. Die Hauptsache ist: Sie bleiben auch nach der Therapie am Ball.“

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