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Schlaganfallexperten der Uniklinik Essen erhalten höchste EU-Zertifizierung

Universitätsklinikum Essen am 15.11.19

Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz (re.), Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und Prof. Dr. Martin Köhrmann, Leiter der Stroke Unit und stellvertretender Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Herausragender Erfolg für die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: Die Schlaganfallexperten der Universitätsmedizin Essen haben die höchste Zertifizierungsstufe für die Behandlung von Schlaganfallpatienten auf europäischer Ebene erhalten und wurden von der Europäischen Schlaganfallorganisation ESO mit dem entsprechenden Stroke-Center-Siegel ausgezeichnet. Zuvor wurde das Zertifikat nur zwei Mal nach Deutschland vergeben. Europaweit hat die Schlaganfallorganisation bislang erst 14 Kliniken für Stroke Units auf diesem Spitzenniveau ausgezeichnet.

„Weltweit gesehen ist der Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache. Allein in der Europäischen Union kostet er jedes Jahr 500.000 Menschen das Leben. Daher ist es nur konsequent, länderübergreifende Behandlungsstandards in Europa festzulegen. Wir freuen uns, dass die Universitätsmedizin Essen mit dieser Auszeichnung weiter eine Vorreiterrolle in Deutschland innehat. In Essen wurde 1994 die erste Stroke Unit in Deutschland eröffnet. In der Versorgung sind wir das Schlaganfallzentrum der Metropolregion Region und für die angrenzenden Regionen“, sagt Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Die Stroke Unit der Klinik für Neurologie ist bereits nach dem Qualitätsstandard der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit dem Qualitätsmanagement-System als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Auf zwei Stationen gibt es 22 Betten, zehn davon für die überregionale Versorgung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall. Studien haben gezeigt: Schlaganfallpatienten, die auf diesen Akut-Stationen zur Behandlung von Schlaganfällen versorgt werden, leben länger und haben weniger Folgeschäden als Patienten, die nicht auf Stroke Units behandelt werden.

„Dass die Arbeit und das Engagement unseres Teams jetzt auf europäischer Ebene gewürdigt werden, ist Auszeichnung und Ansporn zugleich. Wir wollen die bestmögliche Versorgung bieten und uns deshalb ständig weiter verbessern. Unser Konzept der Versorgung unter einem Dach hat sich bewährt: Von der Zentralen Notaufnahme mit Schockraum und integriertem Computertomographen über unsere Stroke Unit und die neurologische Intensivstation für schwere Schlaganfälle setzen wir in der Universitätsmedizin Essen auf interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Kliniken und verschiedener Fachdisziplinen, speziell geschultes Pflegepersonal und kurze Wege im Sinne der betroffenen Patientinnen und Patienten. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute“, erklärt Prof. Dr. Martin Köhrmann, Leiter der Stroke Unit und stellvertretender Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Das Stroke-Center-Siegel der Europäischen Schlaganfallorganisation erweitert die bestehenden Zertifizierungen um Kriterien wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen und therapeutischen Neuropsychologen. „Das ESO Stroke Unit Committee freut sich über das Interesse deutscher Stroke Units an der ESO-Zertifizierung. Dies unterstützt die ESO in dem Bestreben, einen international hohen Standard in der Schlaganfallbehandlung zu etablieren“, sagt Prof. Ulrike Waje-Andreassen, Chair des „ESO Stroke Unit Committee“ in Basel.

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